Danke und auf Wiedersehen

10.12.2019

Unsere Zeit in Brasilien neigt sich dem Ende zu. Im Dorf bei der Grenze wechseln wir noch unsere letzten brasilianischen Reales. Als wir zum Lasti zurückkommen sehen wir schon zwei Polizisten um unseren LKW herumschleichen. Kein gutes Zeichen!!! Tatsächlich... Scheinbar ist es hier für grosse Fahrzeuge verboten zu parkieren. Frank versucht sich herauszureden und macht einen auf Tourist. Leider ohne Erfolg. Wir müssen der Polizei zum Posten folgen. Nach langem Warten stellen sie uns eine Busse von ca. 40 USD aus. Anschliessend darf Frank mit einem der Polizisten vier Blocks weit zu einer Eisenwarenhandlung fahren, in welcher er die Busse bezahlen muss. Tatsächlich, er bekommt sogar eine Quittung. Natürlich ist der Polizist weitergefahren und Frank darf zum Polizeiposten zurücklaufen. Die Busse hätte nicht sein müssen und ärgert uns, denn auf der anderen Strassenseite wäre bereits Uruguay ohne ein Parkverbot gewesen.

Nach diesem Zwischenfall haben wir dann aber die Einreise nach Uruguay ohne weitere Probleme gemeistert. Unser erstes Plätzchen in Uruguay liegt im Santa Teresa Nationalpark. Etwas windgeschützt im Wald können wir campieren. Nochmals etwas Strandleben, wobei sich das Baden im kalten Wasser mässig Spass macht. Wir treffen auf erstaunlich viele Overlander, welche nun ihre Reise von Montevideo starten. Sie sind voller Reiselust und ihre Fahrzeuge glänzen noch wie neu. Ihre Euphorie ist ansteckend und wir fragen uns, ob unsere Entscheidung richtig war. Es fuxt uns ein wenig, dass wir nun nach Hause fahren. Nach langem grübeln dürfen wir jedoch sagen, dass unsere Entscheidung auch im Sinne unserer Kids richtig war. 

 

Auf dem Weg Richtung Montevideo machen wir in Cabo Polonio einen Halt. Das Dorf ist autofrei und so wird man die 7km lange Sandpiste zum Fischerdörfchen mit einem Offroad-Bus gefahren. Auf dem Dach des Trucks ist es rumpelig und Lenn verliert bei einer Bodenwelle promt seinen vierten Zahn.

Ruhig, verschlafen, mit vielen bunten Hostels und kleinen Shops liegt das Dörfchen zu Fusse eines grossen Leuchtturm. Wir verbringen den ganzen Tag im Dörfchen und faulenzen am Beach.

80km vor Montevideo fahren wir zum "Paradiso Suizo". Es ist unser letzter Halt bevor der Lasti verschifft wird. Hier sind viele andere Overlander, welche vom Schiff kommen und ihre Fahrzeuge flott machen oder so wie wir zurückreisen. Heinz und Silvia sind super Gastgeber. Auf einer Wiese stehen viele Offroad-Fahrzeuge, da Heinz auch Einstellplätze anbietet. 

Wir erfahren hier von Reisenden, welche auch ihren grossen Traum leben wollten. Sie hatten nicht so viel Glück und mussten die Reise unterbrechen oder sogar abbrechen. Es hätte so vieles passieren können und wir hätten kein Happyend gehabt. Uns wird bewusst mit wie viel Glück wir die Zeit verbringen durften. 

 

In den nächsten Tagen bringen wir unseren Lasti auf Vordermann. Natürlich müssen wir uns von den vielen Prachtstücken, welche die Kids mittlerweile gesammelt haben trennen. Wir verstauen unsere wertvolle Dinge im den hintersten Staufächer, da man seit dem letzten Schiffsunglück nun auch die Schlüssel des Aufbaus mitgeben muss. Das Ganze ist in etwa gleichzusetzen, als wenn man den Lasti mit offenen Türen an den Hafen stellt. Wir hoffen nun mal das alles heil in Hamburg ankommen wird.

 

Nun sind wir fertig mit unseren Rückreise-Vorbereitungen. Es sind die letzten Nächte im Lasti, bevor wir dann unser letzte Nacht im Hotel in Montevideo verbringen. Es war eine geile Zeit und zurückkehren werden wir sicher, wenn nicht morgen, dann in.... irgendwann einmal.

Nun dürfen wir euch allen danke sagen für euer Interesse, euer mitreisen und euer Dasein. Ihr habt uns immer ein Gefühl gegeben, dass wir auf Reisen sind und die Schweiz unser Heimat ist. Einen grossen Dank gilt auch unseren Helfer, welche sich um unsere Post und Mieter gekümmert haben, oder Ersatzteile für den Lasti und unser neues Auto besorgten. Egal was wir benötigten, es hat sich immer jemand bereit erklärt uns zu helfen. Vielen Dank für eure Unterstützung.

 

So bleiben uns nun noch die letzen Tage in Uruguay und anschliessend viele Flugstunden bis wir nach 527 Tagen wieder im Zentrum von Europa landen. In Europa, in welchem man einfach so von einem Land ins andere Fahren kann, dabei keine Zollpapiere ausfüllen muss und sich beim Geldwechseln nicht übers Ohr hauen lassen kann. Sich nicht um Fhz-Versicherungen oder korrupte Polizisten kümmern darf und nicht in jedem neuen Land eine neue Konfitüre ausprobieren muss. Reisen macht so viel mehr aus als nur Sehenswürdigkeiten zu fotografieren. Für uns war es Gastfreundschaft, Reisebekanntschaften, Abenteuer und das wichtigste die Zeit.

Auch wenn wir uns noch so freuen, neigt sich für uns in diesem Moment ein grosser Lebenstraum zu ende. Lange hatten wir geträumt, gespart, geplant, gebaut und unseren Traum gelebt. Für uns war es ist richtige Entscheidung den Alltag hinter uns zu lassen und ins Ungewisse zu reisen.

 

 

 

 

 

 

Schlafen:

Anfänglich der Reise waren wir noch zögerlich mit der Wahl von freien Stellplätzen. Wir haben uns zu ausgestellt gefühlt und so einfach verstecken lässt sich unser Lasti dann doch nicht. Doch im laufe der Reise haben wir ein Sinn entwickelt wo und wann es für uns stimmt frei zu stehen. Auch hat uns unser Lasti dank der hohen Bauart viel Sicherheit gegeben. An Tür und Fenster gelangt man nicht so einfach und von aussen kann man nicht in das Innere des Koffers schauen. 

 

 

Essen:

Auf unserer Reise haben wir mehrheitlich selber gekocht. Auch wenn wir in den unterschiedlichen Länder immer wieder fremde Gerichte, Früchte und Getränke ausprobiert haben ist uns unsere Schweizer Küche am liebsten. Dank unserer kleinen aber feinen Küche ist uns vieles gelungen und wir mussten auf wenig verzichten.

 

 

 

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