OSA Halbinsel

17.08.2019

Nach unserer ersten Flussüberquerung mit einer Barke führt die kleine Schotterstrasse durch den Jungel Richtung OSA Halbinsel. Nicht viele Touristen verirren sich dorthin und noch weniger wählen diese Abkürzung. Die Strasse schlängelt sich über Hügel an kleinen Häuser vorbei. Auf den Kuppen sieht man immer wieder in die Weite des Jungels bis zur Küste. Die wenigen Bewohner an der Strasse staunen jeweils nicht schlecht, als der grosse Lasti auf der kleinen Schotterstrasse entlang kommt.

Wir haben die holperige Abkürzung schlussendlich ohne Zwischenfälle geschafft und verbringen den restlichen Nachmittag am Playa Blanca. Wir stehen hier frei in einer ruhige Bucht, ohne Wellen, gesäumt mit Palmen und wieder einmal direkt am Meer. Es ist ein idyllischer Fleck und als wir bemerkt haben, dass immer wieder Schildkröten ihre Köpfe aus dem Wasser strecken, werden alle nervös. Wau, da... und da... und dann 5 Meter vom Ufer entfernt. Es scheint das es hier von Schildkröten wimmelt. Wir pumpen das StandUp auf und machen uns auf das Wasser. Wir kommen den Schildkröten echt nahe. Hören ihr ausatmen und ihr stilles wieder untertauchen. Ganz ruhig sitzen wir zu viert auf dem StandUP, welches natürlich mit unserem Gewicht etwas überladen ist und somit einiges an Gleichgewicht fordert. Es ist ein super schöner Moment, wenn eine Schildkröte auftaucht und dich mit ihren grossen kugeligen Augen ansieht. Tatjana versucht es anschliessend mit schnorcheln, doch die Sicht ist weniger gut und die Schildkröten sind zu scheu. Sie suchen das Weite sobald man in ihre Nähe kommt.

Wir kennen die Papageie nur vom Zoo und da sitzen sie immer schön brav auf der Stange. Diese Tiere hier in freier Wildbahn zu sehen, wie sich ihre schönen Federn beim Fliegen entfalten, sie ihre Überschläge machen wenn sie kämpfen, ist eine ganz andere Dimension von Tierbeobachtung und lässt einem erkennen wie schön Costa Rica ist.

 

Am Tag darauf fahren wir am Porto Jimenez vorbei und verlassen die Teerstrasse. Die Schotterstrasse ist breit, jedoch übersät mit tiefen Schlaglöcher. Wir lassen am LKW Luft ab, damit die rund 40km etwas angenehmer werden. Immer wieder durchqueren wir Flüsse, welche jedoch für unseren Lasti alles andere als kritisch sind. Mit unseren 3.7m Höhe sind wir hier an der Grenze. Die Bäume hängen tief, doch wir können uns durchschlängeln. Die letzen Kilometer müssen wir uns dann den Weg doch noch  freischneiden da die Äste zu tief hängen. Am Beach von Carate finden wir einen paradiesischen Platz inmitten von Palmen und direkt am Pazifik. Hier trifft der üppige, feuchte und grüne Regenwald auf den wilden Pazifik. Wir stehen alleine am Beach, hinter uns befindet sich Kilometerweise Urwald,  haben den ganzen Strand für uns und geniessen das Wilde Costa Rica. Über uns fliegen unzählige Ara-Papageien, im Jungel hört man die Affen brüllen und am Strand entdecken wir mehrere Schildkröten Nester. Dieser Ort vermittelt einem das Gefühl im Paradies zu sein.

 

Die Nacht ist warm und wir vergöttern mittlerweile unseren Ventilator, welchen wir in Mexiko eingebaut hatten.

Der Morgen beginnt mit herrlichem Sonnenschein. Wir entschliessen uns mit dem Motorrad in die Luna Lodge zu fahren. Diese Lodge liegt inmitten vom Jungel und soll schwer zu erreichen sein. Tatsächlich!!! Der Weg führt in einem Bachbett in den Jungel hinein. Wir müssen mit dem Motorrad 4 mal den Fluss durchqueren, anschliessend geht es steil, sehr steil, also noch nie ist jemand von uns jemals so eine steile Strasse hoch gefahren. Im ersten Gang hat unsere Yamaha uns 4 heil ans Ziel gebracht. Oben angekommen befindet sich die luxuriöse Luna Lodge, inkl. Pool. Die Aussicht über das Jungeldach bis zum Pazifik ist gigantisch. Wir essen hier zu Mittag, baden im Pool und geniessen den Luxus inmitten vom Jungel. Als wir bereits gehen möchten kommt Regen auf. Wir entschieden uns zu warten, da der Regen hier häufig nur eine Stunde dauert und danach wieder Sonnenschein herrscht. Falsch gedacht!!! Es regnet wie schon lange nicht mehr. Monsunartig!!! Der steile Weg ist nun rutschig und im Fluss, durch welchen wir hochgefahren sind, wird mit Sicherheit mehr Wasser fliessen. Wir hoffen, dass wir nach einer Regenpause doch noch zurück zum Lasti kommen. Frank fährt mit dem Motorrad alleine die steile Strasse zum Fluss hinunter um zu sehen wie hoch der Wasserpegel ist. Er traut seinen Augen nicht. Der Fluss hat sich in einen reissenden brauen Wildwasserfluss verwandelt. Nun ist klar, dass wir hier nicht mehr so schnell wegkommen. Die Kids spüren, dass auch für uns die Situation nicht gewohnt ist. Die Hoffnung auf eine Regenpause und wir doch noch zurück können war gross.

Als der Entscheid da ist, das wir ein Zimmer buchen müssen(was nicht ganz unsere Preisklasse ist), sind dann alle froh. Layla findet es immer toll wenn wir im Hotel sind und ist ganz aufgestellt. Lenn ist fix und fertig, da auch er sich viele Gedanken zum Zurückkommen gemacht hatte. Frank muss zuerst den Rechnungsbetrag der Lodge verdauen und Tatjana macht sich Sorgen über unseren Lasti der so alleine und nahe am Strand steht. So liegen wir nun alle im Bett unseres Bungalow, geschützt unter dem Moskitonetz und hören dem immer noch anhaltenden Regen zu.

 

Nach dem Frühstück hat uns die Lodge angeboten das Motorrad auf den Pick-Up zu laden und uns zurück zum Lasti zufahren. Der Regen hat in der Nacht aufgehört, jedoch ist der Wasserstand für das Motorrad immer noch zu hoch. Gerade als wir das Motorrad aufladen möchten, beginnt es wieder in Strömen an zu regnen. Jetzt nichts wie los, bevor der Wasserpegel wieder steigt.

Wir sind alle heil froh unseren Lasti unbeschädigt wieder vorzufinden. Hätten nicht gedacht, dass wir unser Zuhause so vermissen können.

Frank fährt mit dem Motorrad noch zum nächsten grösseren Fluss, welchen wir bei unseren Rückfahrt wieder überqueren müssten. Dort ist auch viel Wasser hinuntergeflossen, aktuell jedoch für unseren Lasti gut befahrbar. Neben dem Wasserstand sind häufig die Schlammansammlungen am Ufer das Problem. Da bleibt man schnell stecken und um unseren Lasti aus solch einer Situation zu befreien benötigt man grössere Maschinen, welche nicht ganz leicht aufzutreiben sind. So sind wir lieber einmal mehr Vorsichtig.

 

Wir packen somit unsere Sachen zusammen, da das Wetter keine Besserung erwarten lässt. Auf der Rückfahrt sehen wir die Spuren der letzen Nacht. Da müssen sich überall Flüsse gebildet haben. Bei einigen Stellen liegt Schwemmholz mitten auf der Strasse und man kann erahnen wie viel Wasser benötigt wird um dieses her zu schwemmen.

Wir kommen heil wieder zurück zum Playa Blanca und siehe da, einige Sonnenstrahlen zeigen sich. Wir geniessen nochmals die Schildkröten und das ruhige Meer zum Baden.

Der letzte Tag in Costa Rica ist gekommen. Heute fahren wir über die Grenze nach Panama. Vier Wochen haben wir das grüne Land genossen. Auch wenn es für Zentralamerika überdurchschnittlich teuer ist nehmen wir viele schöne Erinnerungen mit. Der Grenzübergang nach Panama ist nach den mittlerweilen 10 bereits durchquerten Grenzen eine Kleinigkeit. Die Bürokratie ist jedoch immer wieder verblüffend und lässt uns immer wieder Staunen, welchen lauf die Papiere nehmen. Keine Ahnung was die Beamten mit all dem Papier, welches sie stempeln und ablegen anstellen werden. Egal.... Wir sind in Panama, ursprünglich unser letztes Land.

 

 

 

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