Grün, grüner am grünsten

09.08.2019

Wir sind nun bereits 2 Wochen auf der Halbinsel Nicoya. Die einsamen Strände, die knallroten Sonnenuntergänge, die grüne Wildnis... das lässt uns hier nicht los. Die Küste ist kaum verbaut. Die wenigen sind hoch oben am Hang im Jungel eingebettet. Wir stehen am Beach Islitas und geniessen die Wellen mit dem Bodyboard, die Bar und das WIFI des nahegelegenen Hotel.  Am Nachmittag werden wir von einer Frau in unserem Alter, ihr Name ist McKanzie angesprochen. Sie ist neugierig und ganz aufgebracht über unser Abenteuer. Am Abend kommt sie dann nochmals mit ihrem Pferd bei uns am Beach vorbei. Spontan laden wir sie mit ihrer 3.5 jährigen Tochter zum Apéro ein. Die Kids spielen miteinander und wir erzählen von unserer Reise. Sie bleibt länger als erwartet und lädt uns zum Bruch in ihr Ferienhaus ein. Nervös gehen wir ins Bett. Seit über einem Jahr hatten wir keinen Termin mehr, zu welcher wir pünktlich sein müssen. Während wir im Bett über McKanzie's Ferienhaus rätseln, wird es draussen immer ungemütlicher. Es bricht ein heftiger Sturm auf. Es Blitzt permanent, sodass es beinahe immer Taghell ist. Der Wind lässt die Plamenblätter Horizontal stehen und unser Parkplatz hat sich in ein Bachbett verwandelt. Solch einen Unwetter haben wir noch nie erlebt. Zum Glück stehen wir nicht unter einem Baum. Wir bestaunen die Kraft der Natur vom kuscheligen Bett und fühlen uns in unserem Schneckenhaus sicher. Am Morgen erinnert nur noch das braune Meer, der Schlamm auf dem Parkplatz und die herumliegenden Blätter an die turbulente Nacht.  McKanzie holt uns pünktlich zum Bruch ab. Thema Nummer eins ist natürlich der nächtliche Sturm. Noch nie hat sie einen solchen kräftigen Sturm erlebt, obwohl sie früher für 7 Jahre hier gewohnt hatte.

 

Wir sind alle gespannt wie das Ferienhaus von McKanzie aussieht und unsere Erwartungen werden bei weitem übertroffen. Wir fahren steil die Strasse hinauf bis wir dann durch ein grosses Tor fahren und vor einem riesigen Haus halten. Wir sind sprachlos.... Es ist ein Traumhaus mit einer Traumaussicht. Ihre Mama und Grossmama stehen bereits in der Küche. McKanzie's Mama ist dann auch erleichtert als sie uns sieht. Sie wollte nämlich keine Hippis im Haus. Sie wusst ja nicht welche fremden Gäste ihre Tochter eingeladen hatte. Wir werden mit einem richtigen amerikanischen Frühstück verwöhnt. Die Kids baden im Pool und McKanzie gibt uns noch einige Tipps für unsere weitere Reise. Am späten Morgen gehen wir dann noch alle in einen nahegelegenen Fluss baden. Das Wasser ist herrlich erfrischend, welches man vom 27°C warmen Pazifik nicht sagen kann. Die Kids schwingen mit einer Liane und rutschen eine natürliche Wasserrutsche. Gegen Mittag fahren wir zurück zum Lasti. Für uns war der Einblick in eine der Villen ein super Erlebnis. Eine ganz andere Welt.

 

Wir bleiben noch einige Nächte auf der Halbinsel und entdecken nochmals einige schöne Strände. An vielen beginnen die Schildkröten ihre Eier zu legen. So Versuchen wir unser Glück immer wieder und laufen in der Nacht den Strand entlang. Wir verwenden nur rotes Licht um die Schildkröten nicht zu stören. Etwas Überwindung braucht es schon in der dunklen Nacht dem Strand entlang zu laufen. Auf der einen Seite der unheimlich dunkle Jungel, auf der anderen die tosenden Wellen des Pazifik und auf dem Strand tummeln sich tausende Krabben, welche beim roten Licht kaum zu sehen sind. Tatjana hat das Glück und kann eine Schildkröte beim Eierlegen beobachten. Ein aufregendes Erlebnis wenn man die Tiere in freier Natur, an einem einsamen Strand bei der Eierablage beobachten kann.

 

Nach 3 Wochen auf der Nicoya Halbinsel fahren wir Richtung Landesinnere nach Monteverde ins Hochland. Endlich ist es wieder etwas kühl. Wir stehen mit dem Lasti bei Fernando im Garten und geniessen einen unglaubliche Aussicht auf die grüne Ebene. Nach 3 Wochen Strand entsanden wir unseren Lasti wieder einmal. Auch hier werden wir von Hausarbeit nicht verschont. Fernando hat einen gepflegten Garten mit einer Aussichtsplattform. Hier sehen wir zum ersten Mal Tukane und zu unserem Glück gerade 3 Stück, welche hintereinander herfliegen. Die Abendstimmung und die Aussicht ist unglaublich. Viele Papageie und die unterschiedlichsten Vögel kreisen am Himmel während die Sonne am Horizont immer kleiner wird.

 

Monteverde ist ein touristischer Knotenpunkt und berühmt für seinen Regenwald. Wir entschliessen uns den nahegelegenen weniger bekannten Regenwald Santa Elena zu besuchen. Wir laufen einen Rundweg, welcher über 8 Hängebrücken geht. Dabei fühlt man sich wie ein Affe weit oben in den Baumkronen. Der Regenwald ist super schöne, doch der Betrieb, die hohen Eintrittskosten, die vielen Touristen machen die ganze Idylle kaputt. Der Ort erstickt in seinem eigenen Erfolg. So sind wir nach 3 Stunden zurück beim Lasti und fahren bereits weiter um den See Arenal herum. Leider hat es an dem hier bekannte Kitespot kein Wind und wir fahren durch bis zum Hotel Heroes . Die Ecke sieht aus wie in der Schweiz und es ist mit Sicherheit der einzige Bauer in Costa Rica der für seine Kühe einen Stall hat. Die Familie mit Schweizer Wurzel hat die Schweiz nach Costa Rica geholt. Sogar ein Rapid Motormäher und mehrere AEBI Traktoren stehen herum. Wir dürfen beim Hotel gratis auf dem Parkplatz stehen. Die Kids schleichen im Stall herum und schauen beim Melken zu. Sie geniessen das kleine Stück Schweiz. Da der Lasti direkt neben dem Restaurant steht erlauben wir uns ein gemütliches Abendessen ohne Kinder. Zürigschnetzeltes und Cordonbleu im Schweizer Ambiente lässt uns für einige Stunden wie zu Hause fühlen. Viel zu machen gibt es hier Tagsüber nicht. Wir melden uns bei unseren Reisebekanntschaften aus Kiel an. Seit Anfang Mexiko wollten wir sie schon mehrmals treffen, jedoch hat es nie geklappt. Nun haben sie in San Jose ein Haus gemietet, da Timm eine Rückenoperation machen musste. Sie haben ihre Reise für 6 Monate unterbrochen, schicken ihre 4 Kids in die Schule, haben ein Auto gekauft und geniessen den Alltag ohne ihren LKW. Wir dürfen unseren Lasti auf ihr Grundstück stellen und geniessen eine entspannte Zeit. Die Kids geniessen den Pool und üben sich wacker mit dem Hochdeutsch sprechen.  Zeitgleich organisiert Frank den Reifenwechsel bei Reto. Im März haben wir durch Reto über mehrere Umwege Occasionreifen nach Costa Rica senden lassen. Unsere Reifendimension gibt es hier nur zu massiv überhöhten Preisen zu kaufen. Alles klappt hervorragend und wir werden anschliessend von Reto zu sich nach Hause eingeladen. Er hat sich hier vor 25 Jahren ein Geschäft mit Solarzellen aufgebaut. Scheinbar mit viel Erfolg und wir sind über seine Villa beeindruckt. Da seine Frau nicht zuhause ist und er nochmals arbeiten gehen muss, lässt er uns alleine in der Villa und wir dürfen uns wie zuhause fühlen. Am Abend kommen noch andere schweizer Gäste und wir geniessen einen ausgelassenen Abend, während die Kids auf dem Garagenplatz in unserem Lasti schlafen.

 

Die Zeit vergeht schnell und nun sind wir bereits knapp eine Woche wieder um San Jose herum. Es wird Zeit weiter zu fahren, denn seit kurzem haben wir einen Termin in Panama. Wir haben auf den 26. Aug ein Frachtschiff für unseren Lasti gebucht, welches in 6 Tage von Panama nach Chile fährt. Wir selber werden während dieser Zeit uns einen Traum erfüllen und mit einem Segelboot (baydreamer.se) durch die San Blas Inseln segeln. Nach diesem Segeltrip werden wir unserm Lasti nach Chile nachreisen.

 

Die Zeit wird knapp und so lassen wir die Karibikküste von Costa Rica aus, da so oder so eine schlechte Jahreszeit für diese Region ist. Wir fahren südwärts an der Pazifikküste entlang. Hier klappern wir einige Touristenhotspots ab, welche uns mässig begeistern. Neben den vielen Touristen ist hier das freie Übernachten schwieriger. Zudem hört man hier vermehrt von Einbrüchen in Fahrzeuge und Überfällen.

Im Manuel Antonio Nationalpark (bekannteste Park in Costa Rica) sehen wir viele Tiere, welche jedoch mittlerweile sich so an den Menschen gewöhnt haben, dass es nicht mehr natürlich ist. Wir sehen Affen die dem Menschen beängstigend nahe kommen und ihre geklauten Sandwiches auf dem Baum essen. Die Bucht mit dem anscheinend 8 schönsten Strand der Welt verzaubert uns nicht wirklich. Fazit: Wir haben den Park gesehen und mit dem hat es sich.

Weiter südlich besuchen wir den  Marino Ballena Nationalpark. Einzigartig ist hier der Strand, welcher von oben wie eine Walflosse aussieht. Scheinbar hatte der Zunami von Fukushima die Strömungen so verändert, dass die Sandbank für 6 Monate nicht mehr sichtbar war. Erstaunlich wie klein die Welt aus Sicht der Natur doch ist.

Den Spass die Wale zu beobachten lassen wir aus. Wir behalten das Walerlebnis von Mexiko in Erinnerung und möchte es nicht trüben mit den hier rund 25 Booten, welche vollgestopft mit Touristen den Meeressäuger nachjagen.

 

Wir sind nun rund 100 km vor der Grenze zu Panama. Ein Highlight steht noch auf der Liste. Wir möchten die OSA Halbinsel entdecken. Scheinbar das Kronjuwel von Costa Rica. Der Grossteil der Halbinsel ist nur zu Fuss erreichbar und die wenigen Strassen die in den Jungel führen sind nur mit 4x4 zu befahren. Frank freut sich auf ein Stück unberührte Natur, ein Abenteuer, eine einzigartige Tierwelt und hoffentlich ein heiles zurückkommen. Um auf die Halbinsel zu gelangen kann man die kürzere Schotterstrasse, mit einer Fährenfahrt oder eine doppelt so lange ausgebaute Teerstrasse fahren.  Wir füllen unsere Vorräte auf, Tanken Diesel und  Trinkwasser und starten das Abenteuer mit der Abkürzung über die Schotterstrasse. Ein Erlebniss ist die Flussfähren, welche früher in Costa Rica weit verbreitet waren. Heute überquert man viele Flüsse mit Brücken. Umso mehr freut es uns hier doch noch mal in den Genuss von einer Flussfähre zu kommen. Ein schönes Bild unser Lasti auf der Plattform zu sehen. Das ist schon mal ein guter Anfang unseres Abenteuer "OSA Halbinsel" und wir sind gespannt was noch alles kommen wird.

     

 

 

 

 

Please reload

Empfohlene Einträge

Video Off the road

08.10.2019

1/1
Please reload

Aktuelle Einträge
Please reload