Traumstrände

02.02.2019

 Guerrero Negro ist ein grösserer Ort und somit besteht hier auch wieder die Möglichkeit unsere Vorräte aufzufüllen. Wir gehen in einen richtig mexikanischen Supermarkt  (mehr oder weniger eine Lagerhalle), welcher so wie wir im Nachhinein erfahren, weniger von den Touris besucht wird. Wir werden von einem fremden Mexikaner auf eine Dose Sourcreme angesprochen mit der Aufschrift "La Suiza" mit der Frage, ob wir diese in der Schweiz auch kaufen können. Da wird uns bewusst, dass wir das Gesprächsthema Nummer eins im Laden sind. Gerade mit unseren zwei blonden Kids die durch den Laden rennen ist das auch nicht wirklich verwunderlich. Die Verkäuferin zeigt Frank sogar wo er den Einkaufwagen hingestellt hat, als er ihn nicht mehr findet.  Wir dürfen im Laden frische hergestellten Tortillas direkt ab dem Förderband probieren und man zeigt uns die Kunst des Kaffeemahlens inkl. Beratung über die beste Kaffeesorten. Ein Einkaufserlebnis für sich.

Nach den Lebensmittel müssen wir noch Trinkwasser besorgen. Das ist hier nicht immer vom Wasserhahn zu bekommen, da dieses keine Trinkwasserqualität hat und dazu noch öfters sehr salzig ist. So begeben wir uns zu einer Trinkwasserausgabestelle, bei welcher alle Mexikaner ihr Trinkwasser kaufen. Nachdem der Händler den richtigen Adapter für unseren Wasseranschluss gefunden hat, können wir hier rund 300 Liter Trinkwasser betanken. Dank unserem Filtersystem im Lasti sind wir nicht ausschliesslich auf diese Ausgabestellen angewiesen. Wenn das Wasser am Hahn nicht salzhaltig ist, füllen wir auch dieses in die Tanks. Wir haben volles Vertrauen in unseren Aktiv-Kohle-Filter, welcher bis heute hält was er verspricht.

Nach weiteren Besorgungen wie Diesel tanken, Coiffeur und Telefonkarte besorgen fahren wir nach Ojo de Liebre. Dieser Ort liegt an einer Bucht, in welcher hunderte von Walen ihre Jungen zur Welt bringen und auch Nachwuchs zeugen.  Wir Buchen dort ein Whalewatchingtour für den nächsten Tag.

Mit 2 Kanadier sitzen wir zu sechst in einem kleinen Boot und bestaunen die Wale. Leider sind sie nicht so aktiv wie wir uns das wünschen. Doch gegen den Schuss tummeln sich viele Wale ums Boot, sodass wir kaum wissen wo wir hinsehen sollen. Ein Hochspringen oder sogar ein so nahes ans Boot kommen, sodass man dem Wal in die Augen schauen kann verpassen wir. Alles in allem bleibt es dennoch ein bleibendes Erlebnis. Hier am Camping lernen wir das deutsche Pärchen Stefan und Anja kennen. Sie reisen mit 2 Huskys durch die USA und Kanada und überwintern nun hier auf der Baja California. Gemütlich sitzen wir am Abend  zusammen, geniessen den Sonnenuntergang und tauschen bei einer Flasche Wein wertvolle Tipps aus.

Am Tag darauf fahren wir weiter nach San Ignacio. Ein typisch mexikanisches Dorf im Landesinnere mit einem märchenhaften Dorfkern. Wir Campen inmitten von Palmen direkt an einem Fluss und können mit dem Fahrrad ins nahe gelegene Dorf fahren. In den Restaurants lassen wir uns kulinarisch verwöhnen. Mhhh... die Mexikaner haben wirklich eine hervorragende und sehr gemütliche Essenskultur.

 

 

Die Strecke in die Bahia de Concepcion zieht sich. Auch durchfahren wir wieder einmal mehr einen Militärcheckpoint. Wie immer behandelt man uns sehr zuvorkommend und wir müssen auch diesmal unser Zuhause nicht durchsuchen lassen. In der kleinen Stadt Santa Rosalia machen wir einen Stopp für das Mittagessen. Sofort kommen wir mit den einheimischen ins Gespräch da sich natürlich auch hier viele über unseren Lasti wundern. Etwas schwieriger ist dann das Herausfahren aus Santa Rosalia, da die Gassen ziemlich eng sind und die Freileitungen über der Strasse tief hängen. Da ist vorne, hinten, seitlich und oben Vorsicht geboten. Beim nächsten Stellplatz treffen wir wieder auf Stefan und Anja aus Deutschland. Da es nur eine Strasse Richtung Süden gibt trifft man sich hier öfters als gewohnt. Das Camp hat ein super Restaurant und wir lassen uns wieder einmal mehr mit mexikanischen Essen verwöhnen. Da die Mexikaner sehr kinderfreundlich sind, müssen auch die Kids nicht ganz so steif am Tisch sitzen bleiben und fühlen sich dementsprechend wohl. Wir geniessen es auch mal nicht immer die Tischordnung durchzugeben.  

Der Strand Los Coyotes ist ein Geheimtipp, welchen  wir von 2 Österreicher in der USA bekommen hatten. Und tatsächlich, nach einer schmalen Zufahrt am Ufer nach, können wir uns direkt ans Wasser in den weissem Sandstrand stellen. Unsere Freunde mit ihren 5 Kids sind bereits seit 4 Tagen hier und so ist die Freude gross als wir sie hier wieder treffen. Auch Pascale und Alex aus der Schweiz treffen wir hier wieder. Die Bucht ist wirklich traumhaft. Das Meer ist hellblau gefärbt und rund 10 Meter von uns entfernt stechen die Pelikane ins Wasser, um sich an den Fischen zu bedienen. Unsere Kids geniessen den Kontakt zu den 5 deutschen Kids und lassen sich immer neue Abenteuer einfallen. Kleine Fische fangen, Strassensperre bauen und die durchfahrenden Autos abzocken, Seegras auf dem SUP transportieren, Fahrradfahren, Holz für das Lagerfeuer sammeln, Schlangen suchen, SUP-Paddeln....

Wir leben hier ein Strandleben wie im Bilderbuch. Der Morgen startet mit einem feinen Frühstück direkt am Meer in der wärmenden Morgensonne. Solange es noch Windstill ist paddeln wir mit dem SUP in der Bucht und setzen das eine oder andere Mal auch wieder einmal unsere Fischfalle ab. Jedoch leider ohne Erfolg. Tagsüber haben wir Zeit um ein Buch zu lesen oder mit unseren Nachbarn zu plaudern. Am Abend sitzen wir mit unseren Nachbarn am Lagerfeuer und grillen die typisch amerikanischen Marshmallows.

 

 

 

Nach 4 Tage zieht es uns jedoch weiter. Auch wenn dieser Spot nahezu perfekt scheint verschwindet die Sonne hier schon früh am Abend hinter den Bergen und wir sitzen dann im Schatten. So fahren wir ins nächste Städtchen Loreto. Es ist ein wirklich schönes Städtchen und unser Camping liegt gerade an der Fussgängerzone. Der Polizist macht grosse Augen, als er unseren riesen Lasti in der Fussgängerzone sieht. Wir finden jedoch einen Platz auf einem kleinen Hof, auch wenn es ganz schön eng ist. Den Nachmittag geniessen wir im schmucken Städtchen mit seinen vielen kleinen Läden. Gegen den Abend entdecken wir eine Pizzeria mit einem Holzofen. Mhhh, wieder einmal eine feine Pizza, das lassen wir uns nicht entgehen.  

Schon bald ist es wieder morgen. Wir entleeren unsere Abwassertanks auf dem Camping und füllen gleich wieder Wasser auf. Hier weiss man nie, wann man die nächste Gelegenheit hat. Unser nächstes Ziel ist La Paz. Die Strasse dorthin ist kurviger und die Landschaft gebirgiger als wir erwarten und so übernachten wir in einem Ort auf der Strecke. Zu unserer Überraschung hat dieser Camping sogar ein Pool. Auch wenn dieser ar... kalt ist plantschen die Kids den ganzen Nachmittag und sogar am nächsten Tag früh morgens darin.

 

 Tatjana hat am Abend zuvor noch einen vielversprechenden Stellplatz im der iOverlander-APP entdeckt. So lassen wir La Paz noch etwas warten und machen einen Abstecher an die Pazifikküste nach El Conejo. Nach 15 km Offroad erreichen wir 3 Fischerhütten und wir erkennen schon, dass sich entlang der Küste immer wieder Camper hingestellt haben. So suchen wir uns auch einen Platz und finden diesen im tiefen Tiefsand direkt am Beach. Auch wenn dieser Stellplatz mit gewissen Risiken vom Steckenbleiben verbunden ist, wagen wir es mit dem Lasti in anzufahren. Mit viel Speed fährt Frank die 14 to über die Kuppe durch den weichen Sand. Unten am Stellplatz dann in einem Schwung an den richtigen Fleck und so bleibt der Lasti für einige Tage. Wir erkennen jetzt schon, dass die Reifen nur durch das Heran rollen schon merklich eingesunken sind. Jetzt heisst es zuerst mal einige Tage geniessen und erst anschiessend müssen wir die Karre wieder aus dem Sand kriegen.

Der Spot ist einer unser Favoriten. Vor uns ein einsamer Strand, unser Stellplatz liegt leicht im Windschatten eines seitlichen Dünenhügels, das Wasser ist kristallklar und erstaulich warm. Rund 150m nordwärts am Strand hat es flache Pools in denen die Kids unbekümmert ohne die grossen Wellen baden können. 100m südlich am Strand hat es kleinere Wellen zum Bodyboarden  und direkt vor uns wagen sich die Surfer morgens und abends in die grossen Wellen. Im nahe gelegenen Fischercamp mit den 3 Hütten kaufen wir frischen Fisch und Langusten. Die Langusten stecken sie uns lebendig in einen Plastiktüte und da hat Frank dennoch eine kleine Frage zur Zubereitungsmethode. Kurz und knackig zeigt uns ein Fischer bei einer Languste wie man diese tötet und zubereitet. Die restlichen nehmen wir lebendig mit und versuchen unser Glück und Können selbst. Den Fisch (black Snapper) haben wir schnell filetiert und das Fleisch sieht roh schon lecker aus. Bei den Langusten braucht es noch etwas Überwindung, da diese beim hochhalten immer kräftig mit dem Schanz schlagen und dazu so ein knarrendes Geräusch von sich geben. Es ist ein unglaubliche komplexes und schönes Tier mit seinen Fühler, vielen kleinen Borsten und Härchen, den Beinen, den munzigen Ärmchen und die Mundwerkzeuge. Doch Frank schafft es doch noch die Langusten in zwei Hälften zu teilen und für den Grill zuzubereiten. Lenn ist hier immer ganz nahe dabei und darf nachdem die Languste auch wirklich Tod ist auch sein Glück im Durchtrennen versuchen. Der Panzer ist schon ganz schön hart und benötigt einiges an Kraft. Layla bewundert gerne die lebenden Tiere und beim Zubereiten schaut sie dann gerne zu.

Vor dem Sonnenuntergang fahren wir mit dem Motorrad zu der rund 800m entfernte Dusche. Mittlerweile haben wir auch das Motorradfahren mit der ganzen Familie im Griff. Vorne ein Kind, dann Frank, dann ein Kind und hinten noch Tatjana. Viel Federweg ist dann nicht mehr vorhanden, jedoch sind wir so auch eher gemächlich unterwegs. Die Dusche besteht aus einem Wassertank in 4 Meter Höhe und einem Rohr mit Kugelhahn. Um der Privatsphäre gerecht zu werden hat man noch einige planen um das Gestell gebunden. Die Dusche steht weit abseits im Busch. Die Kids finden es natürlich super spannend so zu duschen und auch ungestört nackt in der Wildnis herumzurennen.

 

 

 

Please reload

Empfohlene Einträge

Video Off the road

08.10.2019

1/1
Please reload

Aktuelle Einträge
Please reload