Viva Mexiko

21.01.2019

Wir sind in Ensenada. Es ist ein herrlicher Morgen, die Sonne scheint und vor uns liegt ein unendlich grosser Strand. Natürlich zieht es die Kids gleich ins Wasser. Obwohl das Wasser immer noch ziemlich kalt ist testen sie ihre neuen Bodybords. Die Kids im Wasser, die Sonne scheint, selber sitzt man am einsamen Beach und trinkt einen feinen Morgenkaffee. Genau bei einem solchen Moment könnte man die Welt um sich vergessen. Plötzlich fährt jedoch ein bewaffneter Militärjeep mit 6 Soldaten und einem Lifeguard an den Beach. Sie steigen aus und patrouillieren den Strand hinauf und hinab. Wir staunen nicht schlecht und müssen unseren Kids einiges erklären. So schnell wie der Lifeguard mit seiner kleinen Armee gekommen ist, so schnell sind sie alle dann wieder verschwunden. Wir scheinen wirklich in Mexiko angekommen zu sein.

Wir bleiben einige Tage hier am Strand, beobachten wie die Fischer vor der Küste ihren Fang fischen, buddeln nach heissem Quellwasser am Strand und wärmen unsere Füsse darin, geniessen das Nichtstun und machen noch die letzten grösseren Besorgungen in Ensenada. Mit einem etwas farbenfroheren Dreikönigskuchen als in der Schweiz wählen auch wir unseren Familienkönig. Lenn ist bei uns der mächtige König, wobei Layla seine schöne Königin sein darf. 

Obwohl wir noch nahe an der US-Grenze sind spüren wir wie wichtig es ist mit den Mexikaner auf Spanisch zu kommunizieren. Viele Mexikaner tun sich schwer mit Englisch und so kann es sein, dass man seine Besorgungen nicht bekommt wenn man nur Englisch spricht. Ein klein wenig Spanisch wirkt hier Wunder und die Mexikaner zeigen sich sehr hilfsbereit und freundlich. Jede Begegnung ist ein Erlebnis für sich. So fallen wir auch mit unseren zwei blonden Kids schnell auf und stehen in den Supermärkten häufig im Mittelpunkt.

Obwohl wir in Mexiko sind und wir uns auf dem gleichen Breitengrad wie Tunesien befinden ist es hier noch nicht ganz so warm wie wir uns das wünschen. So zieht es uns weiter in den Süden, so wie wir das nun schon seit Alaska tun. Auf dem nächsten Stellplatz bei Camalu "La Cueva del Pirata" treffen wir wieder auf die deutsche Familie mit den 5 Kinder, welche wir in Malibu und San Diego schon getroffen hatten.  Mit total 7 Kids auf dem Platz ist viel Action angesagt und am Abend fallen Lenn und Layla todmüde ins Bett.

Bevor es in die einsame Bucht "Bahia des los Angeles" geht, durchqueren wir die Halbinsel vom Westen in den Osten. Die Strecke zieht sich dahin, da die Strassen extrem schmal und kurvig sind. Das kreuzen mit anderen LKW erfordert volle Konzentration, da wir mit unseren 2.5 Meter Fahrzeugbreite jeweils ganz auf die weisse Seitenlinie fahren müssen. Häufig ist neben der weissen Seitenlinie Schluss mit der Strasse und die Böschung fängt gleich an. Das macht die ganze Sache natürlich etwas spannender und das es nicht zu einfach wird, tauchen immer wieder mal grössere Schlaglöcher auf. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir unseren linken Rückspiegel noch, jedoch bezweifelt Frank, dass dieser bis zum Schluss unserer Reise ganz bleibt.

Im Landesinnern werden wir von einmaligen Kakteenlandschaft überrascht. Die Kakteen ragen um einiges über unseren Lasti hinaus, sodass dieser gerade klein erscheint. Da die Strecke von West- zur Ostküste in einem Tag nicht zu schaffen ist fahren wir etwas abseits von der Strasse und übernachten inmitten des Kakteenwaldes. Leider ist hier nichts mit Flip-Flop, denn überall wimmelt es von kleinen Kakteen und die kleinen feinen Stacheln möchte man lieber nicht spüren.  Wir erleben eine einmalige Abendstimmung und geniessen anschliessend in unserem warmen Schneckenhaus das Abendessen.

Die "Bahia de los Angeles" ist berühmt für ihre Abgeschiedenheit. Es ist wirklich nicht viel los und das Wasser ist glasklar. Wir treffen hier auf ein Schweizer Pärchen (Alex und Pascale), welche in einem selbst umgebauten Mercedes Sprinter unterwegs sind. Wir stellen uns auf den selben Camping und geniessen am Lagerfeuer Schlagenbrot und kühles mexikanisches Bier. Es gefällt uns so gut, dass wir hier einige Tage stehen bleiben. Wir testen wieder einmal unsere selbst gemachte Fischfalle, Paddeln mit unserem SUP (StandUp-Bord), treffen wieder einmal unsere deutschen Freunde mit den 5 Kids, spielen Strandspiele, angeln im Meer, relaxen, spazieren am Strand.....

Frank und Lenn machen einen Morgenspaziergang am Strand und treffen auf Fischer, welche am Strand ihren Fang aufarbeiten. Hunderte von Oktopussen haben sie über Nacht gefangen. Frank fragt ganz höfflich, ob wir selber auch einen Oktopus ausnehmen können. Die beiden Fischer schauen uns etwas verdutzt an, geben uns jedoch gleich einen Oktopus in die Hand. Nun heisst es zuschauen, lernen und selber machen. Es sieht einfacher aus als es ist und der Oktopus ist ziemlich glitschig. Lenn stört das nicht gross und ist ganz fasziniert von diesem Tier. Wir lassen es uns nicht entgehen, gleich einen Oktopus mitzunehmen. Zuhause zeigt Lenn den Girls voller Stolz unsere Beute. Nun heisst es "Googlen" wie man den Oktopus zubereitet, den schlussendlich soll es einen Oktopussalat geben. Lenn zweigt gleich zwei Tentakeln für seine Fischfalle ab. Er möchte diese als Köder benutzen. Nach rund drei Stunden Kochen und Garen darf Frank dann den Oktopus mehrheitlich ganz alleine verspeisen. Lenn ist auch mutig und probiert von seinem Fang. Er hält jedoch nicht viel von diesem Seemanns-Kaugummi.  

Obwohl man es an dieser Bucht viel länger aushalten könnte fahren wir weiter Richtung Süden. Auf der iOverlander-APP suchen wir uns jeweils die Stellplätze aus. Der nächste Spot liegt etwas abseits der Hauptverkehrsachse bei der kleinen Ortschaft "Villa Jesus Maria". Wir sind immer gespannt was uns erwartet. Die Offroadstrecke zum Spot an die Küste hat sich gelohnt. Es ist .... wir sind sprachlos!!! Ein riesiger Strand, mit weiss-grauem feinen Sand, sauber und ganz flach bis weit nach draussen. Das Wasser ist glasklar und wir sind beinahe alleine. Wir stellen uns direkt an den Strand. Es ist unglaublich und wir spüren die Euphorie und das Gefühl von Freiheit!!! Die Erlebnisse und Eindrücke machen jedoch keinen Halt. Am Morgen kommen Fischer mit ihren kleinen Boten zurück an den Strand. Wir bestaunen ihren Fang und wie sie diesen aufarbeiten. Am Strand sieht es aus wie in einer Metzgerei. Natürlich lassen wir uns die Chance nicht entgehen und kaufen uns einen frischen Hailbutfisch. Der Hailbut ist ein etwas asymmetrischer flacher Fisch und so etwas haben wir noch nie zerlegt. Deshalb zerlegen die Fischer uns den Fisch in feine Filet und Lenn und Frank schauen genau zu und lernen.  Denn bereits beim zweiten Fischerboot, welches an den Strand kommt kaufen wir einen ganzen Fisch und zerlegen diesen dann selber. Am Nachmittag kommt Antonio zu uns. Er lebt hier am Strand und bewacht die Fischerboote. Er schenkt uns drei riesige Langusten für auf den Grill. Einfach köstlich!!! Wir bedanken uns mit feiner Schokolade!!!

Bei einem Abendspaziergang werden wir von einem Delphin überrascht. Layla entdeckt ihn zuerst. Er taucht direkt neben ihr am Strand auf und schlägt seine Schwanzfosse auf das Wasser. Er schwimmt unglaublich nahe vor uns hin und her bis er dann wieder zurück ins grosse Meer verschwindet. Während dem Spaziergang entdecken wir einen Haifischkopf von den Fischer. Am Tag darauf möchte Lenn undbedingt die Zähne vom Haifischkopf holen. So machen wir uns auf zu einem weiteren Spaziergang und sezieren dem Haifisch seine Zähne. Gar nicht so einfach, denn die Haifischhaut ist zäher als gedacht. Zum Glück hat Frank sein super scharfes Sackmesser dabei. Dieses hat er von seinen Arbeitskollegen zum Abschied bekommen und kommt immer wieder zum Einsatz. Anschliessend kochen wir die Zähne, welche immer noch im Zahnfleisch haften aus. Nach dem Kochen haben wir viele kleine Souvenirs und die Kids sind mächtig stolz auf ihre neue Errungenschaft.

Natürlich lassen wir uns eine Spritzfahrt mit dem Motorrad am Strand nicht entgehen. Dabei fliegen hunderte von Möwen mit uns und von uns davon. Die Tage gehen wie im Flug vorbei und auch wenn es hier unglaublich traumhaft ist, fahren wir nach drei Tagen weiter Richtung Süden nach "Guerrero Negro". Dort möchten wir Wale beobachten. Von Dezember bis April paaren sich hier die Wale und die bereits schwangeren Wale bringen ihre Jungen zur Welt. Der erhöhte Salzgehalt des Wasser vereinfacht ihnen die Geburt und den Start der jungen Wale im grossen Meer. Wir sind gespannt wie neugierig sich die Jungen Wale zeigen werden.  

 

 

      

 

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