Endlich in den Norden

18.09.2018

 

 

Wir verlassen im Konvoi mit Roli und Erika Calgary und fahren Richtung Canmore und anschliessend nach Banff. In Canmore gönnen wir uns bei einem Schweizer Metzger richtige Bratwürste und Cervelats, welche wir anschliessend auf dem Lastigrill grillieren.  Mmmmm, die sind ein Traum!!!

 

Banff ist hoffnungslos überfüllt mit Touristen. Die Kanadier haben ein verlängertes Wochenende und da strömen alle in die Parks. So ist es unmöglich noch einen Campingplatz zu bekommen. Zum Glück besuchten Roli und Erika in Canmore noch Bekannte, welche wiederum Schweizer in Banff kennen. So dürfen wir bei Hans auf dem Parkplatz inmitten von Banff übernachten.

 

Die nächsten Tage fahren wir mit Roli und Erika die Highlight ab, welche der Park zu bieten hat. Leider spielt das Wetter nicht immer mit und die Farben der Seen, welche hier türkisblau wären können nur erahnt werden. Gestaunt haben wir ab den Kanumietpreisen am Lake Louise (CHF90.-(115£) für 1h). Lenn meint;" Und die stehen noch an für das Kanufahren". Wir geniessen die Zeit miteinander, essen zusammen und wärmen uns nach Ausflügen dank unserer Bodenheizung im Lasti wieder auf. Es ist merklich kälter geworden und wir merken, dass wir zur herbstlichen Zeit auch noch in den Bergen sind.

Nach 3 Tagen heisst es jedoch wieder Abschied nehmen, da wir weiter Richtung Norden nach Alaska gehen und Roli und Erika Richtung Südwesten nach Vancouver. So schön wie die Zeit mit Moma und Popa war umso mehr sind wir jetzt traurig auf Wiedersehen zu sagen. Auch die Kids haben die bekannten Gesichter in vollen Zügen genossen und durften sogar eine Nacht bei Moma und Popa im Hotel übernachten. Den Abschied realisieren die Kids nun mehr als dazumal in der Schweiz und sind dementsprechend traurig.   

 

 

Wir sind nun auf dem Weg Richtung Norden. Noch einmal durchfahren wir wunderschöne Landschaften mit Bergen, Gletscher, Wasserschluchten...Wir treffen nun auch vermehrt Schweizer, da der Westen Kanadas einiges touristischer ist als der Osten. Die Kids geniessen es mit anderen als Mama und Papa "schwizerdütsch" du sprechen. Je weiter nördlich wir kommen desto weniger Touristen treffen wir.

Allmählich wird es wieder Flacher und wir befinden uns in den Ausläufer der Rocky Mountains. Wir haben erfahren, dass Lebensmittel im Norden teuer sind und machen noch einen Grosseinkauf und füllen unseren 1000l Dieseltank. Bei der Tankstelle werden wir spontan von einem Kanadier zu sich nach Hause eingeladen. Leider wohnt er rund 300km seitlich unserer Route und wir müssen dankend ablehnen.  Wir hoffen auf ein Wiedersehen mit Dario und Alexandra, welche auf dem Rückweg von Alaska sind. Deswegen können wir keine Umwege mehr fahren.

 

Als ob wir es geplant hätten, treffen wir das Flitterpaar Dario und Alexandra bei den schönsten Hotsprings von Kanada und zudem auch noch am Geburtstag von Tatjana. So können wir in einem grösseren Kreis den Geburi feiern und die vier selbst gefangenen Fische grillieren. Die Kids geben mit Götti Dario vollgas. Zwei Tage verbringen wir zusammen und geniessen die Gespräche unter vertrauten Mitmenschen. Am letzten Abend haben wir einen genialen Stellplatz gefunden direkt am See. Wir machen ein mächtiges Lagerfeuer, Grillen Burger und Sparerips und stossen auf unser Treffen an und die weitere Reise an. Leider können wir nur ganz schwach die Polarlichter sehen, welche hier ab mitte September häufiger zu sehen sind. Am Morgen darauf müssen wir schon wieder " Tschüss" sagen. Der eine oder andere hat noch merklich Kopfschmerzen vom kanadischen Bier. Dario und Alexandra fahren weiter in den Süden und wir weiter Richtung Norden.

Vor der Abfahrt treffen wir noch auf eine brasilianische Familie, welche in der Nähe übernachtete. Sie planten anfänglich auch 1 Jahr auf Weltreise zu gehen. Heute sind sie bereits 4 Jahre unterwegs und haben gelernt sparsam zu reisen und auch Geld mit Reiseberichten zu verdienen. Wir fragen uns, ob wir uns ein solches Leben auch vorstellen könnten?

 

Je mehr wir in den Norden fahren, desto mehr zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite. Die Wälder, Wiesen und Büsche haben sich goldig verfärbt. Die Berggipfel sind am Morgen mit Schnee bedeckt. Obwohl man hier Stundenweise durch Wälder fährt kann man von diesem Anblick nicht genug bekommen. Zu unserem Vorteil, dass wir im Lasti höher als im Auto sitzen und vielfach über die Büsche hinweg über die weiten Wälder sehen. In den grösseren Dörfchen sehen wir nun auch öfters die Ureinwohner von Kanada. Vielfach kämpfen sie mit Alkoholproblemen. Ein unschönes Erlebnis hatte Frank und die Kids mit einem betrunkenen Fahrer, welcher beim Wegfahren von der Tankstelle mehrmals vor den Lasti fährt. Beim nächsten Stopp im Visitorcenter möchten sie Tatjana aufladen. Dort bringt er den Lasti definitiv zum stehen. Er bequatscht zuerst Frank und anschliessend fixiert er die Kids. In dieser Situation ist es schwer abzuschätzen was eine solche Person von einem möchte. Jedes dritte Wort ist "Fuck". Die Kids haben sich hinter Frank versteckt. Schlussendlich konnte ihn Frank dennoch abwimmeln. Torkelnd ist er wieder in sein Camper gestiegen und mit Vollgas losgefahren. Die Kids brauchten einen Moment um zu begreifen was mit diesem Mann los war.

Zum ersten mal erlebt Frank eine Konfliktsituation bei welcher die Kids anwesend sind. Zum Glück ist alles ohne weitere Zwischenfälle abgelaufen. Mit etwas einem mulmigen Gefühl fahren wir weiter Richtung Norden nach Whitehorse und haben nun etwas Respekt von den Gestalten.

 

Auf einem Stellplatz auf dem Weg nach Whitehorse, schaut Frank mehr zufällig vor dem ins Bett gehen nochmals aus dem Fenster. Ohhh, Polarlichter..... Wir können die Polarlichter zum ersten Mal in ihrer ganzen Pracht sehen. Immer wieder ändern sie sich. Es ist ein unglaubliches Schauspiel und wir können nicht genug kriegen. Layla bestaunt mit grossen Augen die grünen Lichter. Lenn schläft bereits tief und fest und wir können ihn nicht wach kriegen. Von nun an hoffen auf weitere Nächte mit Nordlichter. 

 

 

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